Termin 17.10.2026 19:00 Uhr im Giekauer Kroog, 24327 Giekau, Seestrasse 17
Einlass ab 17:45 Uhr für Gäste die noch etwas Essen wollen.
Bitte Haken setzen bei der Buchung

Andreas Hülsmann

In der deutschen Motorradreiseszene gilt Andreas als echtes Urgestein – ein Mann, dessen gedruckte Abenteuer vor Jahren ein Feuer in mir entfachten. Seine Bücher waren es, die mich mit dem unheilbaren Fernweh infizierten und mir zeigten, was es wirklich bedeutet, die Welt auf zwei Rädern zu entdecken. Alles begann mit einem Fotoworkshop auf dem legendären Motorrad-Reise-Treffen in Gieboldehausen. Aus einem flüchtigen Smalltalk am Lagerfeuer entwickelte sich eine Dynamik, die mein Leben verändern sollte: Ein Redaktionswechsel spülte mich direkt unter seine Fittiche, wo er fortan als Chefredakteur mein Mentor wurde. Ich erinnere mich noch gut an seinen Auftritt in der Reisediele in Lepahn. Die Hütte brannte; das kleine Vereinsheim platzte aus allen Nähten, weil die Menschen herbeigeströmt waren, um diesen charismatischen Weltenbummler hautnah zu erleben. Heute, Jahre und unzählige Asphaltbahnen später, ist aus dem Idol ein Freund geworden. Abseits des Rampenlichts sucht er immer wieder den Weg zu mir in den rauen Norden, um für ein paar Tage den Motor abzustellen und einfach die Seele baumeln zu lassen.

Georgien: Kaukasische Runde

Eine Multivision von Andreas Hülsmann

Georgien ist ein Kontinent im Miniaturformat. Eine Motorradreise durch den Kaukasus-Staat mit seinen bis zu 5.000 Meter hohen Gipfeln bleibt ein echtes Abenteuer. Andreas Hülsmann und Thomas Flemming waren mehrere Wochen im Land unterwegs. Sie überquerten Pässe auf 3.000 Metern Höhe, durchstreiften einsame Regionen und stießen auf jahrhundertealte Kulturen.

Bestes Beispiel ist Swanetien: Eine wilde Bergregion mit historischen Wehrdörfern wie Uschguli, das zu den am höchsten gelegenen, dauerhaft bewohnten Orten Europas zählt. Wie steinerne Wächter ragen hier die uralten Wehrtürme in den Himmel. Das Dorf liegt im Schatten des mächtigen Fünftausenders Schchara – mit 5.201 Metern einer der höchsten Berge im Kaukasus.

Szenenwechsel Richtung Osten. Wer die Bergdörfer hinter sich lässt, erreicht Zqaltubo – einen Ort voller geheimnisvoller Nostalgie. Einst entspannte sich in diesem glanzvollen Kurort die sowjetische Elite. Heute sind die verlassenen Sanatorien Ruinen und ein Paradies für Entdecker. Wo früher Pracht herrschte, holt sich nun die Natur ihren Platz zurück. Ein surrealer Zwischenstopp auf dem Weg zum Kleinen Kaukasus.

Weiter südlich verändert die Landschaft rasant ihr Gesicht. Die Zivilisation dünnt aus, die Straßen werden schmaler und rauer. Auf den Hochebenen nahe der türkischen und armenischen Grenze brennt tagsüber die Sonne, während die Nächte in den Bergen frostig werden. In den Sommermonaten leben hier fast nur Hirten mit ihren Herden.

Ein Pflichtprogramm für Offroad-Fans ist Tuschetien. Der Weg dorthin ist eine extreme Herausforderung. Wer die legendäre Tusheti-Road bezwingen will, muss alles vergessen, was er über Straßen zu wissen glaubte. Der Weg hinauf zum fast 3.000 Meter hohen Abano-Pass ist eine schmale Piste, auf der die Reifen in steilen Passagen um Grip kämpfen. Auf der einen Seite ragt die schroffe Felswand empor, auf der anderen gähnt der Abgrund. Doch die Belohnung am Gipfel ist eine atemberaubende Aussicht auf den Großen Kaukasus.

Dieses Land ist kaum größer als Bayern. Dennoch legten Andreas und Thomas fast 4.000 Kilometer im Sattel ihrer Motorräder und im UAZ-Buchanka zurück. Das „rollende Kastenbrot“, wie der Russen-Bulli liebevoll genannt wird, steht für eine herrlich archaische Art der Fortbewegung. In seinem Vortrag zeigt Andreas Hülsmann faszinierende Bilder aus einem Land, das trotz des Tourismusbooms seine tiefe Authentizität bewahrt hat – und für Motorradfahrer das ultimative Abenteuer bereithält.

Georgien: Kaukasische Runde – eine Multivision von Andreas Hülsmann
Dauer ca. 100 min
Email: post@kvisel.de
Mobil: 0151 14310288